Allgemein Wetter

Der heilige Georg und der Klimawandel

Gestern, am 23. April, haben wir vom St. Georgs-Chor zum Patrozinium und Namenstag des heiligen Georg gesungen – wie jedes Jahr. Und jedes Jahr klingt mir dabei auch meine Mutter noch in den Ohren, wie sie mir als Kind einbläute: „Nach Georg darfst Du nicht mehr in die Felder laufen, weil danach das Gras zu wachsen anfängt!“

Diese kindliche Grunderfahrung ist nun fast 50 Jahre her. Wenn ich aber heute, und auch die Jahre vorher, mir die Felder am 23. April anschaue, dann hätte der gute Georg schon mindestens 2 oder 3 Wochen früher seinen Namenstag feiern müssen. Denn Ende April wird heutzutage, auch im Oberallgäu, schon das erste mal das Gras gemäht, weil es in „Bierflaschen-Höhe“ den optimalen Energiegehalt hat. (Hab in der Landwirtschaftschule damals gut aufgepasst).

Die ganze Vegetation ist also seit Jahren mindestens 2 Wochen früher dran als in meiner Kindheit. Das ist nicht nur so ein Gefühl. Nein, denn der Jahrtag des heiligen Georg beweist es mir definitiv, auch wenn der Wetterbericht jetzt mal wieder Schnee angesagt hat. Es ändert nichts daran, dass das  Gras auch dieses Jahr schon wieder deutlich früher dran ist (Siehe Titelbild).

Euer Alois

  1. In den letzten 900.000 Jahren (Pleistozän) gab es mindestens 9 relativ abrupte Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten mit Unterschieden von 8-10° C in der Erdmitteltemperatur. Unser Vorfahre, der homo erectus, ist mit diesen enormen Temperaturschwankungen offenbar zurechtgekommen.

    Uns modernen Menschen erscheint bereits eine Erhöhung von 2-4°C in der Erdmitteltemperatur als Weltuntergang, und das nicht mal zu Unrecht, denn unsere moderne High-Tech-Lebensweise ist alles andere als robust.

    Unser Problem besteht nicht darin, dass das Klima wie eh und je zwischen Kalt- und Warmzeiten schwankt, sondern dass wir Menschen in unserer hochtechnisierten Welt mit industrialisierter Landwirtschaft bei Schwankungen der Erdmitteltemperatur von mehr als 2° C mit einem Systemkollaps rechnen müssen.

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